2000: Picknick im Felde

Picknick HelmVom 1. bis zum 23. Juli spielten wir unser Open-Air-Stück Picknick im Felde auf dem „Leimbihof“ in Oberleimbach. Manchmal spielten wir auch nicht, kämpften stattdessen gegen das garstige Hudelwetter und hielten uns und unsere BesucherInnen mit wärmenden Getränken bei Laune.

Zum Glück hatten wir für diesen Fall im voraus schon eine Verlängerungswoche eingeplant. So konnten wir doch noch einige Vorstellungen landen.

Über das Stück

Soldat Zapo findet sich im Krieg gar nicht zurecht. Warum er im Krieg ist, weiss er eigentlich nicht. Was er da soll, schon gar nicht. Dass irgendwann seine Eltern unvermittelt aufkreuzen, um ihn zu besuchen, macht die Sache auch nicht einfacher. Als sich dann auch noch ein feindlicher Soldat auf den familiären Picknickplatz verirrt, wird die Situation für alle zur Herausforderung.

Mit grotesken Situationen, herrlich unpassenden Figuren und witzigen Dialogen skizziert der Autor in diesem kurzen Stück den Aspekt des Abstumpfens durch Ignoranz und Verdrängung. Weder kopflastig noch moralinsauer, ja fast schon etwas schelmisch wird die Geschichte um den Soldaten Zapo dargestellt. ³Picknick im Felde„ wurde 1959 als erstes Stück von Arrabal in Frankreich uraufgeführt.

Dieses Theaterstück ist nicht dazu angetan, die Kriege dieser Welt zu beenden. Trotzdem vermag es mit seiner skurrilen Art dessen Sinnlosigkeit aufzuzeigen und die Sinneswankelmütigkeit der Menschen darzustellen. Und damit leistet es dennoch einen kleinen Beitrag.

Der Autor

Der spanische Dramatiker wurde in den 50-er Jahren zu einem der führenden Repräsentanten der intellektuellen Opposition gegen das Franco-Regime; Seine Werke ˆ neben mehr als 50 Theaterstücken, Sonetten, Dramoletten, Opern auch politische wie kunsttheoretische Schriften ˆ waren in Spanien verboten. Seine Verhaftung 1967 erregte weltweit Aufsehen. Arrabal konnte schließlich nach Paris emigrieren, wo er auch nach dem Tode Francos blieb.

Arrabal gehört zu den bekanntesten Avantgardisten der Moderne. Er benutzte die Versatzstücke des absurden Theaters wie des Surrealismus (er war von 1961 bis 1964 mit ARRABAL Breton befreundet), doch bewahrte er dabei stets seine Selbständigkeit ˆ als „göttlicher Anarchist“ bezeichnete er sich selbst, und der mit teils grotesken, teils obszön-blasphemischen Bildern geführte Kampf gegen die Zumutungen der Mächtigen sowie die Korruption durch die Macht verbindet sein vielgestaltiges Werk. Sein letzter Erfolg gelang ihm allerdings nicht mit einem Bühnenwerk, sondern mit dem Roman Hohe Türme trifft der Blitz (1983), wofür er in Spanien mit dem renommierten Premjo Nadal ausgezeichnet wurde.